Um die restlichen vier Standorte würden sich dann 17 Mittelzentren u.a. Güstrow, Wismar, Neustrelitz und Greifswald streiten. Vor allem Ludwigslust könnte demzufolge nach dem Verlust des Kreissitzes im letzten Jahr der nächste Tiefschlag durch die Landesregierung drohen. Amtsgerichte sind ein mittelständischer Aktivposten in der Fläche. Sie binden dauerhafte Arbeitsplätze der Gerichtsbediensteten; bilden den Kern für die Ansiedlung von Rechtsanwaltskanzleien und teils auch von Notariaten.
Bereits heute hat M-V nach unseren Berechnungen nach Brandenburg die zweitniedrigste
Quote aller Bundesländer, wenn man die Anzahl der Amtsgerichte auf die durchschnittliche
Kreisgröße im Land anrechnet. Bei Wegfall von 13 Amtsgerichten hätten wir im Flächenland Verhältnisse wie in den Stadtstaaten Bremen oder Hamburg. Die Folge wären noch längere Wege und damit verbundene Kosten. Selbst das Saarland mit einer halb so großen Fläche wie unser Landkreis hat zehn Amtsgerichte in der Fläche. Ungeklärt sind in diesem Zusammenhang auch die Auswirkungen der Regierungspläne auf die durchschnittliche Verfahrensdauer, die Mitarbeiterzahl, das zur Verfügung stehende Raumangebot für Anhörungen, Sitzungen und Mitarbeiterbüros, Aufwandsentschädigungen für Zeugen, Zeitaufwände für Polizei bei Vorführungen oder Kostenaufwände für mögliche Außenstellen.
PM 3/2012 vom 18.01.2012
Quelle Foto: flickr, Dierk Schaefer







