Nicht länger hinnehmbar ist, dass in Mecklenburg-Vorpommern die teuren Überwachungsmaßnahmen jährlich ausgeweitet, gleichzeitig aber die Mittel für Prävention und Polizeistellen zusammengestrichen werden. Wer die Bürger tatsächlich vor Straftaten schützen will, muss in Prävention und Personal investieren. Das spart dann in der Aufklärung und im Justizvollzug.
Herr Caffier sollte nämlich besser nicht davon ausgehen, dass in Kürze wegen des
demografischen Wandels nur noch Bagatelldelikte von Senioren begangen werden.
In Mecklenburg-Vorpommern haben polizei- und geheimdienstliche Überwachungsmaßnahmen Hochkonjunktur. Handyortungen sowie Zugriffe auf Telefon-, Handy- und Internetverbindungen haben in den vergangenen Jahren im Vergleich mit anderen Bundesländern ungeahnte Zuwachsraten erreicht. Auch werden auf Grundlage des Sicherheits- und Ordnungsgesetz (SOG M-V) immer noch alle KFZ-Kennzeichen anlasslos bei Verkehrsüberwachungen gescannt und per automatischen Datenabgleich auf unverhältnismäßige Art und Weise kontrolliert.
Nach Kennzeichen-Screening plant der Innenminister das Gesichts-Screening (vorerst
nur) von Stadionbesuchern. Damit stellt er nicht nur eine Hand voll Chaoten sondern alle
Fußballfans unter Generalverdacht. Zudem haben SPD und CDU im Koalitionsvertrag schon vereinbart, „im Interesse der Sicherheit der Bürger“ gesetzliche Regelungen in den Bereichen Videoüberwachung, Mindestspeicherfristen und Verkehrsdatenerfassung zu prüfen.
PM 2012-047 vom 27.April 2012












